• News-Service.com verliert Gerichtsverfahren gegen BREIN


    "Das Ende des Usenet?" - Diese und ähnliche News-Schlagzeilen sind seit gestern im Netz zu lesen. Grund dafür ist das Urteil im Gerichtsverfahren zwischen dem niederländischen Usenet-Provider News-Service.com und der niederländischen Anti-Piraterie-Organisation BREIN (mehr zum bisherigen Verlauf: News-Service.com gegen BREIN Teil II)
    News-Service.com hat das Verfahren verloren und es wurde geurteilt, das News-Service.com alle Dateien, welche Copyright Verletzungen beinhalten, auf den eigenen Servern zu löschen hat. Für die Umsetzung wurde dem Usenet-Anbieter 30 Tage Zeit eingeräumt und das Ganze mit einer Strafandrohung in Höhe von 50.000€ pro Tag versehen, wenn das Löschen nicht erfolgt.
    Das Urteil bedeutet zwar nicht wirklich gleich das Ende vom Usenet, zumal das kein "weltweites" Urteil ist und erste Rückläufer auf Anfragen bei verschiedenen US-Providern das auch klar signalisieren. Aber es könnte massive Auswirkungen auf das Usenet in den Niederlanden und eventuell dem Serverstandort Niederlande haben. Bei News-Service.com und deren Reseller könnte es wenigstens das Ende des Binary-Zugriffs bedeuten, wenn nicht gar das Ende der Firma. Auswirkungen auf andere niederländische Anbieter liegen natürlich nahe. Denn wie eine derartige Filterung von täglich 15 bis 20 Millionen Messages überhaupt technisch funktionieren soll, ist völlig unklar. Wie soll zum Beispiel verlässlich erkannt werden, ob eine Nachricht im Usenet gegen irgendein Copyright verstößt oder nicht? Diese Probleme innerhalb von 30 Tagen überhaupt und dann auch noch wirtschaftlich machbar zu lösen, wird bei News-Service.com als geradezu unmöglich angesehen. Ein "Umstand" den unter anderem deutsche Gerichte bislang bei ihrer Urteilsfindung erkannt und berücksichtigt haben.
    Aktuell berät sich News-Service.com mit anderen Firmen aus dem Usenet-Sektor und prüft, ob rechtliche Schritte gegen dieses Urteil möglich sind.
    Kommentare 1 Kommentar
    1. Avatar von Borbarad
      Borbarad -
      News-Service.com versucht aktuell gegen das Urteil vorzugehen. Dazu wird es im Zeitraum bis zum 11. November eine Anhörung bei Gericht geben.
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